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Auf dem Blauen Sofa: Fabian Radtke von HeyJobs über Blue Collar Recruiting und Performance Marketing




Wie wichtig die zielgruppengerechte Ansprache im Wettbewerb um die besten Talente ist, ist schon lange klar. Dabei kommt es nicht nur auf die richtigen Inhalte an, sondern auch darauf, wo man die Zielgruppe am besten anspricht.

 

Genau darüber sprachen Änne und Celine mit Fabian Radtke von HeyJobs auf dem Blauen Sofa und bringen viele wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Zielgruppenansprache und mit Blick auf den Bewerbungsprozess mit.

 

BF: Was macht HeyJobs genau?

 

Fabian: HeyJobs wurde 2016 von Marius Luther und Marius Jeuck gegründet. Ursprünglich mit der Idee, ein „Tinder for Jobs“ zu entwickeln, also ein Match zwischen Job und Suchenden herzustellen. Das hat allerdings nicht wie geplant funktioniert. Aus dieser Zeit haben die beiden viele Learnings mitgenommen und umgesetzt. Zunächst haben sie festgestellt, dass die Nutzung von aktiven Jobportalen durch Kandidat:innen abnimmt. Gleichzeitig gibt es einen steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal. Auch wichtig war es zu sehen, dass es auf Kandidatenseite den Wunsch nach einem deutlich einfacheren Bewerbungsprozess gibt.

 

Mit diesem Wissen haben Marius und Marius ein Performance Marketing Tool entwickelt, mit der Vision: Wir finden für jeden den passenden Job.

 

Mittlerweile arbeiten an dieser Vision ca. 400 Mitarbeitende an den Standorten Berlin, Hamburg, Wien und Köln.

 

BF: Wie funktioniert das Performance Marketing Tool, von dem du gerade gesprochen hast?

 

Fabian: Aufgrund der durchaus angespannten Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist es wichtig zu wissen, wo man die jeweilige Zielgruppe erreicht. Dabei gibt es nicht mehr den einen Kanal, auf dem die Zielgruppe mit Sicherheit zu finden ist. Vielmehr muss man den richtigen Mix aus Kanälen finden und die Personen schon dann erreichen, wenn sie noch gar nicht auf der Suche sind.

 

HeyJobs setzt genau dort an: Wir bieten einen bunten Blumenstrauß an Kanälen, auf denen die Anzeigen ausgespielt werden. Dabei werden auch Stellenportale und Jobbörsen abgedeckt - das ist aber nur ein Teil. Primäres Ziel ist es nämlich auch, auf die passive Zielgruppe einzugehen. Denn 75% der Bevölkerung sind nicht emotional an ihren Job gebunden und somit wechselwillig und bereit, den Job zu wechseln, wenn sie ein passendes Jobangebot bekommen.

 

Die Anzeige wird in einem ansprechenden Design aufbereitet und eine Landingpage wird erstellt. Diese Inhalte werden dann auf unterschiedlichen Kanälen ausgespielt, um möglichst viel Reichweite zu erzielen. Die Auswahl der Kanäle wird von einem Algorithmus gesteuert. Die Budgetverteilung auf die Kanäle ist abhängig davon, wie gut ein Kanal für die jeweilige Position funktioniert und wie qualifiziert die Bewerbungen sind, die generiert werden.

 

HeyJobs hat zusätzlich dazu ein eigenes Stellenportal mit 2 Mio. registrierten Talenten.

 

 

BF: Für welche Zielgruppen ist das Tool besonders relevant?

 

Fabian: Das Tool ist für den Blue Collar-Bereich, also klassische Fachkräfte. Wir haben häufig Kunden im Einzelhandel und der Logistik, aus dem Handwerk, Dienstleistungen, Gesundheit, vermehrt auch Ausbildungsberufe und Quereinstieg.

 

BF: Quereinstieg ist auch etwas, womit wir uns immer häufiger beschäftigen. Wird das für eure Kunden relevanter? Wie offen sind Unternehmen, auch Mitarbeitende als Quereinsteiger einzustellen?

 

Bis 2036 werden jeden Tag 1.000 Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt verlassen und aufgrund des demografischen Wandels nicht ersetzt.

Die Kompromissbereitschaft der Unternehmen nimmt deutlich zu, Quereinsteiger werden immer relevanter. Unser Ziel ist es zwar, die richtigen Kandidaten zu den richtigen Jobs zu bringen. Immer öfter bedeutet dies aber auch, den passenden Kandidaten zu finden, um diesen dann weiterzubilden, sodass er zur Position passt.

 

BF: Du hast uns gerade gesagt, dass eines der Learnings aus dem „Tinder for Jobs“ war, dass es einen Wunsch nach einem vereinfachten Bewerbungsprozess gibt. Wie findet man die richtige Balance zwischen einem einfachen Bewerbungsprozess, sodass man dem Wunsch der Kandidat:innen gerecht wird und trotzdem alle relevanten Informationen bekommt?

 

Fabian: Wir raten dazu, den Lebenslauf nicht verpflichtend zu machen, sondern eher mit Auswahlfragen zu arbeiten. So können zum Beispiel berufsrelevante Tätigkeiten, abgeschlossene Ausbildungen, Führerscheine oder Sprachkenntnisse abgefragt werden. Hier kann man auch mit sogenannten K.O.-Fragen arbeiten, um sicherzustellen, dass Kandidat:innen die (Mindest-) Anforderungen der Position erfüllen.

 

BF: Ihr bereitet die Anzeigen ansprechend auf. Was heißt das? Was macht eine Anzeige für euch zu einer wirklich überzeugenden Anzeige?

 

Fabian: Wichtig ist immer: „Menschen werben Menschen“. Wo immer möglich binden wir Bilder von Personen und dem Unternehmen ein. Bild- und insbesondere Videomaterial ist ein Muss!

 

Kandidat:innen achten besonders darauf, ob es eine Gehaltsangabe gibt, inwiefern Home-Office-Möglichkeiten bestehen und welche Benefits das Unternehmen bietet. Wir sehen, dass es bis zu 30% mehr Traffic auf der Landingpage gibt, wenn das Gehalt angegeben wird. Und wir erzielen bis zu 50% mehr Bewerbungen, wenn die Lebenslaufpflicht rausgenommen wird.

 

Vielen Dank, Fabian, das war ein spannendes Gespräch über HeyJobs und eure Learnings zur aktuellen Arbeitsmarktsituation.

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