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Auf dem blauen Sofa: HR Rookies und aktuelle Herausforderungen für HR mit Jana Annies




Und wieder trafen wir eine Frau mit Mission!


Jana Annies war zu Gast auf dem blauen Sofa. und Anke und Celine haben sich mit ihr über das Netzwerk HR ROOKIES und viele spannende, aktuelle HR-Themen unterhalten.

Es war ein sehr interessantes Gespräch, bei dem uns vor allem das große Engagement und Herzblut von Jana beeindruckt hat, mit dem sie sich für die unterschiedlichsten HR-Themen einsetzt. Unter anderem mit dem Ziel gerade junge HRler:innen in ihrer Rolle zu unterstützen und zu bestärken.



Was machen die HR ROOKIES und was ist deine Rolle dort?


Das Netzwerk HR ROOKIES ist 2018 durch eine Initiative von Lindi Utter entstanden. Der Ursprungsgedanke kam daher, dass man HR nicht wirklich lernen kann und sie gerade der jungen Zielgruppe die Möglichkeit bieten wollte, über den Tellerrand hinauszuschauen, von und mit anderen HR ROOKIES aus unterschiedlichen Unternehmen zu lernen und einen geschützten Raum zum Austausch zu haben. Zudem fiel ihr auf, dass viele HR-Netzwerke einen hohen Altersdurchschnitt haben und auch sehr häufig männlich geprägt waren und noch sind. Als junger Mensch findet man dort eher schwer Zugang. Deshalb haben Lindi Utter und Curley Fiedler ein Netzwerk aufgebaut, das gerade junge Menschen anspricht. Seit 2019 bin ich dabei und seit Ende 2022 bin ich auch Teil des Vorstands des gemeinnützigen Vereins.


Über ganz Deutschland und teilweise auch in Österreich und der Schweiz wurden regionale Communities gebildet. Ich habe die Region Hamburg und Schleswig-Holstein mit aufgebaut. Aktuell ist es in dieser Community so, dass es jeden Monat ein Treffen gibt. Das sind zumeist abwechselnd eher lockere Treffen zum Austausch und Thementreffen, bei denen in Workshops der inhaltliche Austausch im Vordergrund steht.


Gibt es einen ganz besonderen HR ROOKIES Moment für dich, an den du gerne zurückdenkst?


2019 waren wir auf der Zukunft Personal Europe und haben dort auch einen Vortrag zum Thema Blue Collar Recruiting gehalten. Uns war schon in der Vorbereitung besonders wichtig, dass der Vortrag so aufgebaut ist, dass man auf jeden Fall etwas daraus mitnimmt und damit im besten Fall gleich am nächsten Tag in die Umsetzung gehen kann.

Das hat mir viel Freude bereitet und war ein sehr schönes Erlebnis!



Die HR ROOKIES sind in eurer Definition die nächste Generation in HR. Ihr nennt sie die „Ideenreichen“, die „Wissbegierigen“ und auch die „Lernenden“. Wo siehst du die größten Herausforderungen für HR ROOKIES, also für junge HRler:innen?


Das größte Thema ist definitiv: Fragen stellen! Die meisten der HR Rookies sind im ersten Job nach dem Studium und trauen sich häufig nicht alle ihre Fragen zu stellen - aus Angst sich zu blamieren oder als unwissend wahrgenommen zu werden. Gerade hier ist es so wichtig, ihnen einen geschützten Raum zu bieten, um genau diese Fragen mit anderen gemeinsam beantworten zu können.


Auffällig ist auch, dass viele in unserem Netzwerk die einzige Person im Unternehmen sind, die sich um die HR-Themen kümmern, also die klassische One-Wo-Men-Show, beispielsweise in einem Start-Up. Diese Personen können das Netzwerk dann sehr gut für den Austausch nutzen, der ihnen innerhalb des Unternehmens vermutlich fehlt. Junge Menschen sind eng am Puls der Zeit, sie probieren viel aus; umso wichtiger ist, dass man darüber spricht und sich über die eigenen Erfahrungen austauscht.


Wenn junge Menschen auf den Arbeitsmarkt kommen, ist das durchaus mit Unsicherheiten verbunden. Sie müssen erst in ihre neue Rolle hineinwachsen und auch solche praktischen Erfahrungen sammeln, auf die ein Studium nur schwer vorbereiten kann. Hast du das Gefühl, dass dies gut von den Unternehmen aufgefangen wird?


Im Konzern und größeren Unternehmen wird das sicher besser aufgefangen. Hier hat man in den meisten Fällen ein Sparring durch Kolleg:innen und die Führungskräfte. Bei kleineren Unternehmen, wo dieser Austausch fehlt, ist es noch wichtiger andere Menschen zu finden, mit denen man sich zu genau diesen Themen austauschen und über die Herausforderungen und Unsicherheiten sprechen kann.

Der Berufseinstieg in kleinen Unternehmen ist deshalb durchaus herausfordernd, weil wenig Hilfestellung vorhanden ist, die jungen Menschen Sicherheit gibt.


Die HR ROOKIES setzen genau hier an. Wir haben einen guten Mix aus jungen Menschen, die frisch auf dem Arbeitsmarkt sind und Personen, die schon Berufserfahrung mitbringen. Unser Patenkonzept sorgt hier für noch mehr Know-How und einen wertvollen Austausch.

Wir haben auch Partner, also Unternehmen, die uns monetär und durch Beratungen unterstützen.



Die Anforderungen, denen sich HR in den letzten Jahren stellen muss, sind sehr vielfältig geworden. Und auch die Rolle von HR in Organisationen verändert sich. Wo liegen aus deiner Sicht die größten aktuellen Herausforderungen für HR?


Eine Herausforderung - die sicher auch HRler:innen betrifft, die schon länger im Job sind - ist es, die Rolle von HR im Unternehmen zu vertreten.

Es gilt sichtbar zu machen, dass HR einen wirklich großen Mehrwert liefert und mittlerweile viel mehr ist als der klassische Dienstleister. HR kommt zum Beispiel auch bei der aktiven Mitgestaltung der Zukunft der Unternehmen eine wichtige Schlüsselrolle zu. HRler:innen sind dafür verantwortlich, dass Menschen, die Unternehmen als Arbeitgeber wahrnehmen, kommen und auch bleiben. Ein weiteres Thema, das direkt daran anschließt, sind KPIs. Mit den richtigen KPIs wird die Rolle von HR nochmals unterstrichen und zeigt die Wirkung unserer Arbeit auf.


Gerade für junge HRler:innen ist es deshalb so wichtig aufgeschlossen zu bleiben, Dinge zu hinterfragen, verstehen zu wollen und bei der Sichtbarkeit für HR authentisch zu bleiben und für sich und die Rolle einzustehen. Die Zusammenarbeit von jungen HRler:innen und solchen, die schon einige Jahre Berufserfahrung mitbringen ist so wichtig. Wir können viel voneinander lernen.


Nehmen wir zum Beispiel einmal das Thema Remote: Beim Remote Arbeiten stehen wir gleich vor mehreren Herausforderungen:

Für Unternehmen ist es schwierig eine wirklich starke Mitarbeitendenbindung aufzubauen, wenn diese remote arbeiten, sich nicht vor Ort kennenlernen und austauschen können. Es muss auch remote ein klarer Raum für informellen Austausch gegeben werden. Online-Workshops brauchen viel mehr Vorbereitung und kreative Ansätze, um Raum zum gemeinsamen Brainstormen, Denken und Entwickeln zu schaffen.


Außerdem wird es immer Mitarbeitende geben, die aufgrund ihrer Tätigkeiten nicht remote arbeiten können. Eine One-size-fits-All-Lösung gibt es deshalb nicht. Hier können wir viel über die richtige Kommunikation und Wertschätzung sowie zielgruppenspezifische Benefits erreichen.


Die Frage, wie Unternehmen eine verbesserte Mitarbeitendenbindung etablieren können, beschäftigt uns bei der Brandforce auch sehr. Was sind deine Erfahrungen? Was funktioniert hier gut und was verändert sich in den letzten Jahren?


Aus meiner Sicht ist Wertschätzung definitiv eines der größten Themen. Das Gehalt wird zwar immer mit genannt, doch wenn die Wertschätzung auf einer anderen Ebene nicht stimmt, hält am Ende auch das Gehalt die Leute nicht im Unternehmen.

Es sind eher Themen, die man nicht sieht bzw. anfassen kann, die nicht so plakativ sind. Man kann es vermutlich nicht oft genug sagen: Der Obstkorb ist es nicht. Wichtiger wird eine Managementebene, die veränderungsbereit und offen ist, zuhört und an der Entwicklung des Menschen interessiert ist.


Was wünschst du dir für die Zukunft von HR und von den HR ROOKIES?


Dass unternehmensseitig genau diese Offenheit da ist. Dass man anfängt Dinge zu hinterfragen und die Menschen in den Fokus setzt. Dazu gehört auch, dass mehr Menschen und Unternehmen den Wert von Netzwerken erkennen. Unternehmen – und gerade kleinere mit keiner großen HR-Abteilung – profitieren sehr stark von einem Netzwerk, wie den HR ROOKIES.


Auch interne Netzwerke sollten stärker gefördert werden. Es hilft, um an Infos zu kommen und Themen an den richtigen Stellen zu platzieren, einfach weil die Kontakte vorhanden sind.

In meiner Rolle als HR Manager bei MFC Corporate Finance fördere ich den internen Austausch zum Beispiel durch virtuelle Coffee Talks, bei denen verschiedene Kolleg:innen aus unterschiedlichen Offices zu kurzen Teams Calls gematcht werden, um sich kennenzulernen und auszutauschen. Dazu bekommen wir auch sehr gutes Feedback und es fällt den Menschen dadurch leichter sich auch bei inhaltlichen Themen nochmal anzurufen und zusammen zu arbeiten.




Vielen Dank, Jana, für die spannenden Einblicke und Geschichten aus dem HR ROOKIES Netzwerk und deiner Arbeit.


Wir wünschen den HR ROOKIES, dass sie gerade von Unternehmen noch mehr Wertschätzung und Anerkennung bekommen. Nicht nur für den individuellen Mehrwert, den sie den einzelnen Mitgliedern bieten, sondern auch für den Austausch und das Sparring, das stattfindet und so langfristig die HR-Arbeit der Unternehmen verbessert.






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